Klimadebatte auf der Grünen Woche - Schlechtes Klima auf der Grünen Woche

18.01.2010

Klimaschutz in der Landwirtschaft ist derzeit das große Thema der Internationalen Grünen Woche in Berlin. Auf der Schau der Nahrungsmittelwirtschaft wird darüber heftig gestritten. Vor allem über Aussagen von Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner. Die lehnte es ab, Klimaschutzvorgaben für die Landwirtschaft festzulegen und verwies zur Begründung auf den geringen Anteil des Agrarsektors an den Treibhausgasemissionen von nur „sechs Prozent“. Nur: Frau Aigner operierte mit einer falschen Zahl. Die Bundesregierung selbst gibt den Anteil der Landwirtschaft am gesamtdeutschen Klimagas-Ausstoß mit 13 Prozent an – was beinahe dem CO2-Ausstoß des Straßenverkehrs entspricht. Für foodwatch ist klar: Die Landwirtschaft muss endlich Teil der Klimapolitik werden. Mit konkreten Maßnahmen und klaren Zielvorgaben für eine Reduktion der Treibhausgase.



Acrylamidbelastung in Weihnachtsgebäck gesunken - nur wenige Ausreißer bei Lebkuchen


30.11.2009

Gute Nachrichten für alle Lebkuchenliebhaber: Die Acrylamidbelastung in Weihnachtsgebäck ist weiter rückläufig. Dies ist das Ergebnis des regelmäßigen foodwatch-Tests, bei dem dieses Jahr elf Lebkuchen- und sechs Spekulatiusprodukte auf die krebsverdächtige Substanz hin untersucht wurden. Allerdings sind einzelne Backwaren nach wie vor hoch mit Acrylamid belastet.

Testverlierer sind die Bio-Elisen Lebkuchen von Allos mit einem Acrylamidwert von 510 Mikrogramm pro Kilogramm und Frenzel Echte Pulsnitzer Delikatess Lebkuchen mit 430 Mikrogramm. Die Ausreißer sind bis zu 30 Mal so stark belastet wie die Testsieger Bahlsen Contessa Schokolade und Bahlsen Grandessa Oblaten Lebkuchen (jeweils 16 Mikrogramm). Die vollständigen Testergebnisse sowie weitere Informationen zu Acrylamid finden Sie auf unserer Webseite.

Mit den diesjährigen Ergebnissen setzt sich die positive Entwicklung der vergangenen Jahre fort. foodwatch testet seit 2002 Weihnachtsgebäck auf Acrylamid und veröffentlicht Werte und Namen der Produkte. Das wirkt: Viele Hersteller bemühen sich, mit Änderungen in der Produktion oder bei der Rezeptur die Entstehung der giftigen Substanz zu begrenzen. Umso unverständlicher ist es deshalb, dass die Lebensmittelkontrollbehörden, denen Tausende von Untersuchungsergebnissen vorliegen, ihre Werte weitgehend geheim halten. Vorsorgender Verbraucherschutz sieht anders aus - denn bei Acrylamid geht es darum, so wenig wie möglich zu sich zu nehmen.

Klicken Sie sich rein!
Mit herzlichem Dank für Ihre Unterstützung,
Ihr foodwatch-Team


Neu auf abgespeist.de - Dr. Oetker rechnet PurChoc schön

16.11.2009

"75 % Kakao in der Schokolade" verspricht die Verpackung des Schokoladenpuddings "PurChoc 75 % Kakao Tansania edelbitter" von Dr. Oetker. Klingt nach einem richtigen Schokoladenwunder – reichhaltig, hochwertig, edel und mit ganz viel Kakao aus Tansania.

Edel ist aber vor allem die Aufmachung, und die täuscht: Denn der Pudding enthält in Wahrheit gerade mal 1,875 % Kakao aus Tansania. Wie dieser Rechentrick funktioniert und wie Dr. Oetker die Verbraucher außerdem mit Wortspielen und schwammigen Qualitätsbegriffen in die Irre führt, lesen Sie jetzt auf abgespeist.de.

Beschweren Sie sich direkt bei Dr. Oetker über die Puddingtäuschung: Jetzt beschweren »

Auch andere Hersteller rechnen mit aberwitzigen Mathe-Tricks und irreführenden Prozentangaben ihre Produkte schön. Klicken Sie sich durch die Fotostrecke mit den Rechenbeispielen.

Machen Sie mit!
Mit herzlichem Dank für Ihre Unterstützung,
Ihr foodwatch-Team


Uran im Trinkwasser - kein Schutz für Kleinkinder

Nach wie vor ist Trinkwasser bedenklich hoch mit Uran belastet. Bereits im August 2008 hatte foodwatch Tausende Messwerte aus ganz Deutschland ausgewertet. Jeder achte lag über 2 Mikrogramm Uran pro Liter – wäre es in Flaschen abgefüllt, dürfte so hoch belastetes Wasser nicht mit dem Hinweis „geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung“ verkauft werden. Nun belegen neue foodwatch-Recherchen: Noch immer fließt in 13 von 16 Bundesländern Trinkwasser aus den Hähnen, das kritisch hoch mit Uran belastet ist. In manchen Gemeinden in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt überschreitet die Belastung sogar den behördlichen „Leitwert“ von 10 Mikrogramm.

Schon 2008 hatte die Bundesregierung angekündigt, einen Uran-Grenzwert einzurichten. Doch mehr als ein Jahr später wurde noch immer kein Höchstwert verabschiedet. Und schlimmer noch: Der Grenzwert von 10 Mikrogramm, der nun im Bundesgesundheitsministerium vorbereitet wird, wäre zu hoch angesetzt, um Säuglinge und Kleinkinder wirksam vor Gesundheitsrisiken wie Nierenschäden zu schützen. Dies geht aus einer wissenschaftlichen Stellungnahme der Europäischen Lebensmittelbehörde EFSA hervor, die von deutschen Behörden eigens beauftragt wurde, nun aber offenbar ignoriert wird. Die Bundesregierung vernachlässigt damit sträflich ihre Fürsorgepflicht gegenüber den Bürgern.

foodwatch setzt sich für einen Grenzwert von 2 Mikrogramm Uran pro Liter ein, der auch für Säuglinge und Kleinkinder sicher ist. Helfen Sie uns, dieser Forderung mehr Nachdruck zu verleihen und nehmen Sie an unserer Online-Mitmachaktion teil!

Klicken Sie sich rein!
Mit herzlichem Dank für Ihre Unterstützung,
Ihr foodwatch-Team


Neu auf abgespeist.de: Zotts Monte-Drink mit wertvollem Etikettenschwindel

Eein "gesunder Drink" mit "wertvollem Traubenzucker", geeignet als "Zwischenmahlzeit" - klingt toll, was die Firma Zott da von ihrem "Milchmischgetränk" Monte Drink behauptet. Ist aber leider eine richtig dreiste Täuschung. In Wahrheit steckt in Monte nämlich vor allem eins: Zucker. Umgerechnet 8 Stück Würfelzucker enthält ein Fläschchen Monte - mehr als die gleiche Menge Cola.

Warum weder der Traubenzucker noch das ganze aromatisierte Monte-Gemisch "wertvoll" sind und wie Zott Eltern eine Zuckerbombe als gesunde Zwischenmahlzeit unterjubelt lesen Sie jetzt unter http://www.abgespeist.de/pur_choc/extras/schoengerechnet/

Beschweren Sie sich auch direkt bei Zott über diesen verantwortungslosen Etikettenschwindel unter www.abgespeist.de/monte/mitmachen/beschwerde_e_mail_an_zott/

Und weil Monte Drink nicht die einzige Zuckerbombe ist, die sich als "gesunde Zwischenmahlzeit" tarnt, hat abgespeist.de die Aktion "Deutschland sucht die größte Zuckerbombe" (DSDZ) gestartet. Wir suchen die süßesten Produkte aus dem Milchregal, über die Sie sich am meisten geärgert haben! Mehr Informationen dazu finden Sie unter www.abgespeist.de/monte/extras/die_groesste_zuckerbombe/index_ger.html

Machen Sie mit!
Mit herzlichem Dank für Ihre Unterstützung,
Ihr foodwatch-Team



Newsletter: Schwarz-Gelbe Ampelkoalition

Die Ampelkennzeichnung führe die Verbraucher "in die Irre", behauptet die neue Bundesregierung in ihrem Koalitionsvertrag. Diese Formulierung ist allein schon deshalb interessant, weil sie wortgleich von Lobbyisten der Lebensmittelindustrie verwendet wird. Überhaupt entspricht das schwarz-gelbe Verbraucherleitbild ziemlich exakt dem von Nestlé, Unilever & Co.: Bloß keine neuen Informations- und Transparenzpflichten für Hersteller oder Handel - lieber die Verbraucher durch "Ernährungsbildung" zu Lebensmitteldetektiven ausbilden. Am Ende ist selbst schuld, wer den Gelschinken nicht vom echten unterscheiden kann.

foodwatch hat die Passagen des schwarz-gelben Koalitionsvertrages zur Verbraucher- und Landwirtschaftspolitik genau analysiert
www.foodwatch.de/kampagnen__themen/verbraucherpolitik/koalitionsvertrag_2009_2013/. Das Fazit ist ernüchternd. Oftmals ist gar kein Konzept zu erkennen: Das Verbraucherinformationsgetz solle reformiert werden, stellen Union und FDP richtig fest - doch in welche Richtung, sagen sie nicht. Andere Sätze im Koalitionsvertrag sind nichtssagend und folgenlos: Auf Lebensmittelverpackungen dürfe "nur drauf stehen, was drin ist". Klingt gut - ist bei genauerem Überlegen aber die pure Selbstverständlichkeit und längst in Gesetzen geregelt. Außerdem wäre es ja noch schöner, wenn auf den Packungen plötzlich auch drauf stehen dürfte, was nicht drin ist. An anderen Stellen wiederum verspricht das schwarz-gelbe Bündnis wie selbstverständlich Regelungen - wie eine bessere Kennzeichnung von Lebensmittelimitaten - die die Bundesregierung gar nicht selbst erlassen, sondern allenfalls auf EU-Ebene anstoßen kann.

Und so verhält es sich auch bei der Nährwertkennzeichnung. Offenbar wollten Union und FDP das Signal senden: Die Ampel ist vom Tisch. Richtig aber ist: Die Entscheidung fällt frühestens im Mai 2010, und zwar nicht in Berlin, sondern in Brüssel - und dort ist Deutschland ein Land von 27. Während sich die alte und neue Verbraucherministerin Ilse Aigner in der Großen Koalition noch scheinbar offen gab, agierte sie hinter den Kulissen in Europa gegen die Ampelkennzeichnung. In der neuen Regierung tut sie dasselbe, nun aber mit offenem Visier. Das ist der bislang einzige Transparenzgewinn für die Verbraucher durch den schwarz-gelben Koalitionsvertrag.

Umso wichtiger ist es, dass die Verbraucher den Politikern in Europa weiterhin klar machen, dass sie die Ampel wollen. 40.000 haben dies online bei der foodwatch-Mitmachaktion www.foodwatch.de/ampel-aktion bereits getan. Sagen Sie es bitte Ihren Freunden und Bekannten weiter
foodwatch.de/kampagnen__themen/ampelkennzeichnung/mitmach_aktion/index_ger.html?signer_id=6fb97e0b5e2794807f40d18f7977444f#topofform), damit es noch mehr werden!


Kandidaten für die Ampel

Vier Tage noch, dann bestimmen die Bürger, wer die kommenden vier Jahre das Land regiert. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass die meisten Wähler ihr Kreuz bei einem Freund der Nährwert-Ampel machen werden: 71 Prozent und damit eine große Mehrheit der Wahlkreis-Bewerber hat sich im Kandidaten-Check von abgeordnetenwatch.de für eine verpflichtende Ampelkennzeichnung ausgesprochen. SPD, Linke und Grüne sind fast geschlossen dafür, überraschend hohe Zustimmung kommt aber auch aus den Reihen von Union und FDP. Wie sich Ihre Direktkandidaten zur Ampel-Frage positioniert haben, erfahren Sie hier:
www.foodwatch.de/kampagnen__themen/ampelkennzeichnung/ampel_unterstuetzer/politiker_umfrage/

Politische Mogelpackungen

Auch in der Politik dreht sich vieles um die Verpackung. Aus dieser simplen Analogie machte Kabarettist Frank-Markus Barwasser alias Erwin Pelzig ein satirisches Stück über Mogelpackungen in Zeiten des Wahlkampfes. In der ZDF-Sendung "Neues aus der Anstalt" verglich Pelzig die Wahlprogramme der Parteien mit Geleebananen, einer Tütensuppe oder einer "Sahne Schmelzkäsezubereitung". Alle hätten eines gemeinsam: Sie halten nicht, was sie versprechen. Falls Sie die Sendung verpasst haben sollten: Barwassers Satire und mehr können Sie bei foodwatchTV, unserem neuen Videokanal auf YouTube anschauen: http://www.youtube.com/foodwatchTV

Mineralwasser-Abfüller senkt Uranbelastung

Jedes achte Mineralwasser ist zu hoch mit Uran belastet - nach dieser foodwatch-Veröffentlichung hat Abfüller Griesbacher reagiert und die Belastung seiner Wässer mit dem giftigen Schwermetall deutlich gesenkt. Durch eine neue Enteisenungsanlage reduzierte das Unternehmen aus dem Schwarzwald vor allem den Urangehalt seiner Marke First Class von 15,6 (Labor-Analyse im Auftrag von foodwatch im April 2009) auf weniger als 0,5 Mikrogramm pro Liter, ein unkritischer Wert. Doch noch immer sind viele Wässer so hoch belastet, dass besonders für Kleinkinder gesundheitliche Risiken nicht ausgeschlossen sind. foodwatch fordert daher einen gesetzlichen Höchstwert - unterstützen Sie unsere Mitmachaktion unter http://www.foodwatch.de/uran-aktion

Klicken Sie sich rein!
Mit herzlichem Dank für Ihre Unterstützung,
Ihr foodwatch-Team


Medien-Tipp: NDR-Doku mit Thilo Bode

Wie sieht Deutschlands Zukunft aus, zum Beispiel im Lebensmittelmarkt? Dieser Frage geht Tobias Schlegl in seiner zweiteiligen Film-Doku "Schlegl sucht die Wahrheit" nach. foodwatch-Geschäftsführer Thilo Bode ist in der ersten Folge mit von der Partie - an diesem Dienstag, den 15.09.2009, ab 21.45 Uhr im NDR-Fernsehen.
Schauen Sie rein!
Mit herzlichem Dank für Ihre Unterstützung,
Ihr foodwatch-Team



Newsletter: Schluss mit der Natur-Pur-Suppenlüge - Nestlé nimmt Mogelprodukt vom Markt

Verbraucher lassen sich nicht alles auftischen, erst recht keinen Etikettenschwindel. Das haben die über 4.000 Unterzeichner der abgespeist-Mitmachaktion zur Maggi Natur Pur Frühlingsgemüsesuppe den Hersteller und Lebensmittelriesen Nestlé deutlich spüren lassen. Mit Erfolg, denn Nestlé hat die Produktion der Bio-Tütensuppen eingestellt, wie das Unternehmen foodwatch jetzt bestätigte.
Nestlés vermeintliches Naturwunder "Maggi Natur Pur Bio Frühlingsgemüsesuppe" war nämlich nicht mehr als ein dreister Etikettenschwindel.
Auf der Tüte stand zwar "ohne Zusatzstoff Geschmacksverstärker", drin war Geschmacksverstärker aber trotzdem. Als Hefeextrakt schmuggelte Nestlé das Glutamat unter anderem Namen ins Produkt. Die Substanz hat mit Hefe nicht mehr viel zu tun und wird in der Lebensmittelproduktion als Geschmacksverstärker eingesetzt. Laut Gesetz muss Hefeextrakt jedoch nicht als solcher gekennzeichnet werden, da es als Zutat und nicht als Zusatzstoff gilt.
Nun ist Schluss mit dem "Natur Pur"-Geschmacksverstärkerschwindel. Neben den Tütensuppen nahm Nestlé auch die meisten anderen Produkte des "Natur Pur"-Sortiments vom Markt. Übrig geblieben sind nur ein paar Salatsaucen sowie Gemüse- und Hühnerbrühe, bei denen Nestlé auf Aromen und Hefeextrakt verzichtet.
Das zeigt: Verbraucherprotest zeigt Wirkung. Gemeinsam können wir etwas gegen die systematische Täuschung im Supermarkt tun. Unterstützen Sie darum jetzt auch weitere Mitmachaktionen gegen Werbelügen und Etikettenschwindel unter http://www.abgespeist.de/mitmachen/alle_mitmachaktionen

Klicken Sie sich rein!
Mit herzlichem Dank für Ihre Unterstützung,
Ihr foodwatch-Team




Foodwatch-Aktion fuer die Veroeffentlichung der Ergebnisse aller Lebensmittelkontrollen

Sehr geehrte Damen und Herren,
vielen Dank für Ihren Einsatz für ein Smiley-System in Deutschland, den wir sehr begrüßen und unterstützen. Die Verbraucherorganisation foodwatch hat uns über Ihre Teilnahme an der Mitmach-Aktion informiert und wir antworten Ihnen gerne.
Die Grüne Bundestagsfraktion teilt Ihren Protest. Auch wir wollen, dass Behörden die Verbraucher umfassend informieren. Das Verbraucherinformationsgesetz der schwarz-roten Bundesregierung ist ein Etikettenschwindel. Wir haben daher einen eigenen, verbraucherfreundlichen Gesetzentwurf vorgelegt. Erst vor wenigen Wochen haben wir die Bundesregierung noch einmal aufgefordert, ihr unzureichendes Gesetz schnellstmöglich zu novellieren. Das haben die Abgeordneten von CDU/ CSU und SPD am 6. Mai erneut abgelehnt. Den Bericht zur Sitzung des Verbraucherausschusses finden sie unter
http://www.gruene-bundestag.de/cms/verbraucherschutz/dok/283/283959.hitzige_debatte_im_bundestagsausschuss.html
Gerade im Lebensmittel- und Gastronomiebereich ist es allerhöchste Zeit, dass ein Wettbewerb um die besten Betriebe in Gang gesetzt wird und schwarze Schafe benannt werden. Die Lebensmittelkontrollen sind bundesweit von Ländern und Kommunen personell zu schlecht ausgestattet. Das kritisieren wir seit Jahren. Da ist es umso wichtiger, die Namen und Ergebnisse der geprüften Betriebe zu nennen und öffentlich zugänglich zu machen. Niemand darf den Verbraucherinnen und Verbrauchern unhygienische, ekelerregende oder gar gesundheitsgefährdende Küchen und Lebensmittelkammern verschweigen.
Bundesweiter Vorreiter ist das leicht verständliche Smiley-System des Grünen Bezirksstadtrats in Berlin-Pankow. Hier werden die Kontrollergebnisse der Überwachungsbehörden für den Kunden kenntlich gemacht. Schlimme Auswüchse werden bebildert.
Erst damit wird eine informierte und selbst bestimmte Entscheidung der Konsumentinnen und Konsumenten ermöglicht. Wir setzen uns deshalb für eine bundesweite Einführung ein. Denn auch in Dänemark werden bereits seit über sieben Jahren gute Erfahrungen mit einem Smiley-System gemacht.
Wir Grüne werden die Kritik am Verbraucherinformationsgesetz und die Forderungen nach mehr Transparenz auch weiterhin laut zum Ausdruck bringen und uns für verbraucherfreundliche Lösungen politisch einsetzen. Dazu brauchen wir weiterhin das Engagement und die Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger.
Mit freundlichen Grüßen
für die Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen
Ulrike Höfken MdB, Sprecherin für Ernährungspolitik und Verbraucherfragen

Die grüne Bundestagsfraktion wird Ihre Daten nicht speichern und nicht für weitere Zwecke nutzen. Wenn Sie über weitere Aktivitäten auf dem Laufenden gehalten werden wollen, schicken Sie uns einfach eine Email. Unseren Newsletter Verbraucherpolitik können Sie beziehen unter www.gruene-bundestag.de -> Newsletter

direkt: www.gruene-bundestag.de/cms/newsletter/rubrik/0/70.newsletter.html



Newsletter: Letzter Ausweg für die Ampel

von einer Ministerin und Bundestagsabgeordneten ist anzunehmen, sie sei eine Vertreterin des Volkes. Bei Verbraucherministerin Ilse Aigner treten da Zweifel auf. Die Frau, die sich gern volksnah im Dirndl oder in Jeans und Strickjacke präsentiert, ignoriert den Willen der Bürger. Denn der sagt deutlich: Wir wollen die Lebensmittel-Ampel! 69 Prozent der Bundesbürger wünschen sich nach einer aktuellen Emnid-Umfrage http://www.foodwatch.de/kampagnen__themen/ampelkennzeichnung/foodwatch_umfrage/index_ger.html Nährwertangaben in Grün, Gelb und Rot - nach 67 Prozent vor einem halben Jahr noch einmal ein Anstieg. Doch während die Zustimmung in Deutschland kontinuierlich wächst, plant die Europäische Union ein Ampel-Verbot. Und Frau Aigner? - Könnte etwas dagegen tun, gaukelt jedoch hierzulande Offenheit für die Ampel nur vor und glänzt in Brüssel durch vorsätzliches Nichtstun.

Bleibt es bei den EU-Plänen, finden Verbraucher auf ihren Lebensmitteln bald Nährwertangaben in Tabellenform - industriefreundlich und ohne Farbe. Anders als üblich wäre diese Darstellung mehr als nur ein Mindeststandard: Abweichungen in den einzelnen Mitgliedstaaten, etwa eine farbliche Hinterlegung der Angaben, wären ausdrücklich verboten - sogar auf freiwilliger Basis. Im Klartext: Die Pläne der EU bedeuten das Aus für die Ampel. Zu dieser Feststellung kommt Sabine Schlacke, Professorin für Öffentliches Recht an der Universität Bremen, in einem Rechtsgutachten http://www.foodwatch.de/kampagnen__themen/ampelkennzeichnung/ampel_verbot_geplant/index_ger.html für foodwatch.

Letzter Ausweg für die Ampel: In dem Gesetz muss eine Öffnungsklausel verankert werden, die den EU-Mitgliedsstaaten eine abweichende, verbraucherfreundlichere Kennzeichnung erlaubt. Das ist auch der Ausweg für Frau Aigner: Nimmt sie die Bürger ernst, muss sie ihr Doppelspiel beenden und sich im EU-Ministerrat für einzelstaatliche Spielräume zugunsten der Verbraucher einsetzen. Nein zum Ampel-Verbot, das fordern in unserer Emnid-Umfrage sogar vier von fünf Bürgern (77 Prozent)!

Letzter Ausweg für die Ampel, letzter Ausweg für die Ministerin. Machen auch Sie Frau Aigner mit Ihrer Unterschrift in unserer Online-Mitmachaktion http://foodwatch.de/kampagnen__themen/ampelkennzeichnung/mitmach_aktion/index_ger.html deutlich, dass Sie die Ampel für Deutschland fordern!

Klicken Sie sich rein!
Mit herzlichem Dank für Ihre Unterstützung,
Ihr foodwatch-Team


Newsletter: Imitat-Essen: Wie Politik und Industrie vom Betrug ablenken

Wussten Sie schon, dass sich bei Lebensmittelproben die Hälfte der Beanstandungen auf Etikettenschwindel und Mogelpackungen bezieht? Das Jahr für Jahr. Die Behörden und Ministerien wissen also, was los ist. Aber werden Kunden über die Verstöße informiert? Werden Hersteller, Händler und Produkte genannt? Nein. Stattdessen tut Verbraucherministerin Ilse Aigner auch noch so, als seien sie und ihr Ministerium von Imitaten, versteckten Zusatzstoffen und tricksenden Anbietern überrascht und fordert eine schärfere Kennzeichnungspflicht, die das Problem nicht löst. So hagelt es wieder Lippenbekenntnisse von Politikern und verhöhnende Phrasen von Lobbyisten.
Die politische Sommerpause hat begonnen. Deshalb schaffen es jetzt nicht nur Nachrichten über imitierte Lebensmittel auf die Titelseiten, sondern auch Lobbyisten und ihre ewig gleichen Ausreden und Appelle. Etwa der Chef-Lobbyist der deutschen Ernährungsbranche, Matthias Horst vom deutschen Spitzenverband.
In einem aktuellen Spiegel-Interview (nachzulesen unter http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,635569,00.html) gibt Horst zu verstehen, wer an der Misere eine Mitschuld trägt: "Wenn man immer billiger essen will, dann kann man nicht erwarten, immer etwas ganz Besonderes zu bekommen." Aha, echter Käse ist also mittlerweile etwas "ganz Besonderes".
er Kunde ist demnach auch noch selbst schuld, wenn der Pizza-Bäcker das Imitat auf den Teig packt. Horst weiß auch ganz genau, was gegen den Betrug hilft: "Gucken Sie genauer und häufiger hin", rät er dem Verbraucher. Der Kunde ist also selbst der Depp, wenn er auf den Bluff reinfällt. Wohl in keiner anderen Branche wird bei Betrug so schnell von den Betrügern auf die Betrogenen abgelenkt. Außerdem würden die meisten Vergehen, so Horst, aus Unwissenheit geschehen. Kann es denn sein, dass sich eine ansonsten unbescholtene Branche von einigen Tricksern, Lügnern und Betrügern in Misskredit bringen lässt?
Wohl kaum. Denn der Etikettenschwindel ist nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Das ist der ganz normale Wahnsinn im Supermarkt. Etiketten lügen wie gedruckt, heißt es auf www.abgespeist.de. Hersteller täuschen durch Bilder, Begriffe und Werbebotschaften. Neben Mogel-Schinken und Analog-Käse gibt es eine Palette von Produkten, bei denen die Lücke zwischen Schein und Sein weit auseinander klafft. Permanent werden Mehrwerte versprochen, Qualität vorgegaukelt und dem Verbraucher dabei das Geld aus der Tasche gezogen. Unsere Mogel-Liste finden Sie unter http://www.foodwatch.de/kampagnen__themen/werbeluegen/mogel_liste/index_ger.html.
Solange Ämter lieber anonyme Statistiken führen, als Betrüger beim Namen zu nennen, nutzen auch schärfere Kennzeichnungsregeln nichts. Foodwatch fordert daher die Veröffentlichung aller Lebensmittelkontrollen nach dänischem Vorbild. Damit der Kunde selbst entscheiden kann, ob er sich betrügen lässt oder einem ehrlichen Anbieter sein Geld gibt. Unterstützen Sie die Smiley-Mitmach-Aktion mit Ihrer Unterschrift: http://www.foodwatch.de/e10/e26043/e26055/

Klicken Sie sich rein,
Mit herzlichem Dank für Ihre Unterstützung
Ihr foodwatch-Team

foodwatch e.v.,
Christin Schröder,
Brunnenstr. 181, 10119 Berlin
Mitgliederhotline 030-28445296

Spendenkonto:
foodwatch e.v.,
GLS Gemeinschaftsbank,
blz 430 609 67,
konto 104 246 400

foodwatch ist ein eingetragener Verein mit Sitz in Berlin,
VR 21908 Nz, AG Charlottenburg,
Geschäftsführer ist Dr. Thilo Bode.